Tierkreis

 

Die Frage nach dem richtigen Bezugspunkt bei der Tierkreismessung spaltet die Astrologie in mehrere Lager. Bevor man tiefer in die Deutung einsteigt, sollte man deshalb zunächst für sich selbst Klarheit gewinnen, welches Bezugssystem man übernimmt. Denn wie können um 24° (1 Sternzeichen) abweichende 0-Marken zu jeweils richtigen Ergebnissen führen? Das jeweils verwendete Deutungssystem spielt bei dieser grundsätzlichen Frage keine Rolle.

Westliche und östliche Astrologie unterscheiden sich wie Latein von Sanskrit. Beide haben ihre Berechtigung in Bezug auf die kulturelle Diversität, die die Einheit in der Vielfalt offenbart, ebenso wie Baumzweige demselben Stamm entspringen. Mit Sanskrit lassen sich jedoch spirituelle Wahrheiten exakter beschreiben, die Schwingungen der Silbenlaute entsprechen sogar der Energie des benannten Gegenstandes oder Prinzips. Sanskrit ist somit die vollkommenere, ursprünglichere Sprache. Der Fixsternbezug der östlichen Tierkreisberechnung ist auf dieselbe Weise ursprünglicher, er findet sogar seine astronomische und astrologische Rechtfertigung durch das biologische Weltbild.

Die westlichen Wissenschaftler und Astrologen Fagan/Bradley sind überdies durch zahllose Vergleiche zum Schluß gekommen, daß sich der ursprünglich westliche, nämlich der ägyptisch-babylonische 0°-Widderpunkt nur 0,5° von Spica (der indischen 0-Marke des Tierkreises) unterscheidet.

Ein gewisser innerer Widerspruch des tropischen Tierkreises ergibt sich auch aus der Tatsache, daß er einerseits auf die Jahreszeiten bezogen ist (Frühlingspunkt), andererseits aber auf der südlichen Halbkugel die Jahreszeiten genau umgekehrt verlaufen. Das würde logischerweise bedeuten, daß für diese Geborenen der Tierkreis genau um 180° versetzt gerechnet werden müßte, was aber nicht der Fall ist.

Aus obenstehenden Gründen, und weil weltweit die große Mehrheit der Astrologen mit ihm rechnen, bevorzugen wir das östlich-siderische System und verbinden deshalb moderne, an den westlichen Menschen gerichtete Deutungstexte mit dem siderischen Fixstern-Bezugssystem. Wer sein eigenes Horoskop kennt, wird daher oft überrascht sein, wieviel besser beispielsweise die stille Fisch-Sonne statt dem angenommenen “Möchtegern-Widder” zu ihm paßt, bzw. erleichtert, daß der stolze Löwe endlich aus seiner beengenden “Jungfrau-Rolle” schlüpfen darf. Allerdings wechseln im selben Zuge auch Mond und Aszendent ihre Sternzeichen (die im östlichen System übrigens weit bedeutender als die Sonne sind), was oft für eine gewisse Kompensation der verlorenen Tierkreisenergien sorgt.

Die analoge Favorisierung des östlichen, äqualen Häusersystems liegt damit auf der Hand, wenn auch die astronomisch-astrologische Begründung hier nicht so offensichtlich ist. Ein gewichtiges Argument ist jedoch, daß es nicht logisch ist, warum alle Menschen, die nördlich des 60sten Breitengrades geboren sind, kein vernünftig aufgeteiltes Häusersystem haben sollen. Eher würde es einen Unterschied machen, in welcher Höhe über der Erdoberfläche jemand geboren wird (wobei 10 km noch keine Rolle spielen dürften).

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen östlicher und vedischer Astrologie ist, daß in ersterer der Aszendent die höchste Gewichtung bekommt (gefolgt vom Mond), während sie in letzterer auf dem Sonnenzeichen liegt. Plausibel ist allerdings die Betonung des Aszendenten, denn er ist mit 1-3 Stunden pro Zeichen schnelläufiger als die Sonne (30 Tage pro Zeichen). In der westlichen Astrologie werden ja auch die transsaturnischen Langsamläufer (Uranus, Neptun, Pluto) nicht persönlich, sondern eher kollektiv interpretiert, weil ihre Konstellationen ganze Generationen auf einmal betreffen.

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